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.....eine Beschreibung: Unsere Aufenthalte in
Sievershausen.......
Einige Freunde von mir und ich nehmen seit vielen
Jahren an den Freizeiten am landschaftlich wunderschönen Naturpark
Solling-Vogler teil und sind jedes Mal begeistert, wie viel intensiver
Austausch an Erfahrungen im zwischenmenschlichen Miteinander in dieser
kurzen Zeit stattfindet.
Phantasievoll ist das Programm, die Fülle und Vielfalt an Angeboten der
TeilnehmerInnen, die alle ihre Talente und Begabungen, ihre Kreativität
zum Einsatz bringen können, indem sie diese - kostenlos und freiwillig -
in Form von Kursen, Workshops und selbstorganisierten Veranstaltungen
anbieten und daran teilnehmen können. So entsteht ein buntes Mosaik von
zahlreichen, inspirierenden und motivierenden Aktivitäten, die als
üppiges „Büffet“ auf dem Veranstaltungskalender zur Verfügung stehen.
Der Tag stimmt mit Morgen-Meditationen ein, ist gefüllt mit guten
Gesprächen, Gesängen, Ausflügen, Besuchen bei interessanten Menschen und
Kennenlernen neuer Lebensweisen und Berufsbilder, wie z.B.
einer Verhaltensforscherin für Menschen und Pferde, Sabine Birman
www.mitpferdensein.de
Dorfgemeinschaften wie Heckenbeck, wo es eine „freie
Schule“ gibt und eine eng zusammenlebende und arbeitende Nachbarschaft
mit Tauschring und alternativen Wohn- Lebens- und organisierten
Fahrgemeinschaften sowie der „Weltbühne“, einem neuen Kulturzentrum.
Oder das
Künstlerdörfchen Fredelsloh, wo fast nur Töpfer, Holzkunsthandwerker,
Korbflechter, Maler und Musiker miteinander leben... ...und
klingt mit sanften Gute-Nacht-Geschichten oder Märchenlesen, einer
Kuschelparty, Lagerfeuern mit Gitarrenliedern oder einem Grillabend aus.
Auch die vielen Tiere begeistern uns immer wieder: ein Reitstall voller
Pferde mit Weiden, ein Pony-Pärchen, Esel, Ziegen, Hündchen und
zutrauliche Katzen laden zum Zusammensein und Streicheln ein.
Die Chance, den eigenen Horizont zu erweitern, weitere Begegnungen mit
Menschen auch aus entfernteren Regionen, die Wert auf eine gesunde und
natürliche Lebensweise legen, sich intensiv mit ihnen in den Gesprächen
auszutauschen, all diese ermutigenden und bestärkenden Aktivitäten
zaubern jene magisch beglückende Atmosphäre der Vertrautheit, die uns
immer wieder anzieht, und wir uns nach einigen Freizeiten wie in einer
Großfamilie geborgen fühlen..... !
Connie Wolters, Großerlach
…dieses hier
ist meine 10. Freizeit im Solling und von
mir aus können es noch mindestens 10 weitere werden…
Michael, Kassel
Ursprünglich hatte mein Mann die Idee, mal eine Freizeit zu
organisieren, wo verschiedene Menschen hinkommen, die irgendetwas
interessantes, wie Yoga, Singen, Tanzen... können und das vor Ort
anbieten.
Der Gedanke war, dass wir auf diese Weise eine richtig bunte Palette von
Aktivitäten zaubern könnten, für die keine Seminargebühr erhoben wird,
weil das Ganze ja auf Austausch beruht. Wir bräuchten nur Unterkunft und
Verpflegung
und einen geringen Aufschlag für die Organisation zu bezahlen.
Einige Tage später erfuhren wir von Ria, die sich in unser
www.Spirituelles-Portal.de eingetragen hatte,
dass es so etwas ja schon gibt. Wir nahmen das mal als Wunscherfüllung
und fuhren nach Weihnachten auf die Silvester-Freizeit im
Solling...
Am ersten Tag gab es in dem Landschulheim in großes Meeting mit allen
(etwa 45) Mitgliedern der Gruppe.
Ganz erstaunt hörten wir wiederholt, dass einige nun schon seit 7, 10,
15 Jahren immer wieder hier herkommen,
weil das einfach der allerbeste Platz für eine Freizeit sei…
Erst auf diesem Meeting wurde uns klar, welche Menschen sich hier in
Eigenregie eine schöne Zeit gestalteten:
Die meisten von ihnen besuch(t)en Selbsthilfegruppen der Anonymen
(Alkoholiker, Co-Abhängige...).
Dass Menschen, die nicht zu den Anonymen zählen, auch an dieser Freizeit
teilnehmen können, ist eine gewagte Neuerung, die heiß diskutiert worden
war und der nicht alle VeranstalterInnen
solcher A-Freizeiten zustimmen.
Was uns sofort auffiel, war die offene, freundliche Atmosphäre, die hier
herrschte. Es durfte jedeR so sein, wie
sie/er ist. Hätte es mir niemand gesagt, hätte ich wahrscheinlich nicht
bemerkt oder sehr lange gebraucht, um dahinter zu kommen, dass sich hier
Menschen mit Suchtproblemen zusammengefunden haben. Mir ist vielmehr
klar geworden, dass wahrscheinlich ein sehr hoher Prozentsatz der
Bevölkerung bewusst oder unbewusst mit Traumata unterwegs ist und mit
Süchten in irgendeiner Form konfrontiert ist. Die Atmosphäre, die ich in
dieser Gruppe wahrnahm, fühlte sich für mich sehr gesund,
lebensbejahend, warm und herzlich an.
Doch zurück zur Freizeit. Neben der Cafeteria, die der gemütliche
Treffpunkt zwischendurch zum Tee- oder Kaffee-Trinken, Plätzchen
knabbern, Plappern und Klönen war, lag auf einem langen Tisch der große
Veranstaltungsplan aus, der immer wieder von allen sehr aufmerksam
studiert wurde. Ganz allmählich füllte er sich mit Ankündigungen für
Yoga am Morgen, gemeinsames Tanzen, Singen, Wandern,
Qi Gong, Klang-Meditation, Meetings...
JedeR war vollkommen frei, sich seinen Tag
so zu gestalten, wie er gerade wollte. Auch wenn man zu spät eintrudelte
oder schon eher das Bedürfnis hatte, sich zurückzuziehen, fühlte sich
niemand gestört. Auch konnte man sich selber als Seminarleiter
ausprobieren - alles war willkommen. Ich entdeckte
u.a. meine tiefe Liebe zu den Kreistänzen neu (wir hatten eine
wirklich ausgesucht begeisternde Tanzlehrerin!) und freute mich am
gemeinsamen Singen zur Laute.
Die Räumlichkeiten waren sehr schlicht - die Gruppe hatte sie so
umgestaltet, dass von "Schule" nicht mehr gar so viel zu merken war. Die
ungemütlichen Holzstühle erinnerten mich sehr an meine Schulzeit: Auch
heute noch ist mir ein Rätsel, wie ein Kind darauf stundenlang sitzen
soll, ohne einen Haltungsschaden zu bekommen…. Na ja. Hier konnte ich
mich wieder wie ein Kind fühlen - und das tat mir wirklich gut und war
sehr heilsam für mich!
Der Höhepunkt dieser Freizeit war der Neujahrs-Gottesdienst, den die
Gruppe in Eigenregie frei gestaltete
- mit gemeinsamen Singen, sehr gelungener Moderation, Fürbitten und einem
kleinen Konzert,
das gerne noch länger hättte dauern können, wenn das abwechslungsreiche
und
berührende Gottesdienstprogramm nicht so umfangreich gewesen wäre.
Nach einer Woche fiel mir der Abschied von diesem Ort nicht gerade
leicht, denn ich habe all die Menschen, die sich hier zusammen gefunden
haben, tief in mein Herz geschlossen. Ganz offensichtlich bin ich nun
also auch dem "Solling-Virus" zum Opfer
gefallen, der die FreundeInnen dieser
Freizeit immer wiederkommen lässt.
Es lohnt sich auf alle Fälle, in Wikipedia
das Thema Anonyme Alkoholiker zu studieren, um Vorurteile abzubauen,
denn dann wird klar, dass der Ansatz der A-Gruppen sehr spirituell ist.
Und das ist fühlbar. In den Meetings entsteht eine Atmosphäre, die mich
an Satsang erinnert. Nur einen
Satsang-Lehrer gibt es nicht.
Ich persönlich kann sagen: Hier fühlte ich mich das erste mal, seit ich
vor 13 Jahren Ostdeutschland verließ, im Westen innerhalb einer Gruppe
von Menschen geborgen und zu Hause. JedeR
schien sich seiner menschlichen Schwächen bewusst zu sein und versuchte,
auf seine Weise in Frieden damit zu leben.
Ich würde diese Freizeit Leuten empfehlen, die gerne mal vom
gesellschaftlich bedingten kollektiven Stress ausruhen wollen. Da alles
so schlicht und einfach ist, kann man hier einfach Mensch sein.
Birgit Kratz, Wiehengebirge
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